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 Mo., 01. Jun. 2026   Silja Schwanekamp

Hat es einen Preis für CEOs extrovertiert zu sein?

Dieser Frage geht die neue Studie von Sebastian Firk und seinen Co-Autoren Jan Christoph Hennig (University of Groningen), Joseph Harrison (University of Tennessee), Hauke Meyer (Strategy&) und Michael Wolff (Universität Göttingen) nach.

Die Arbeit mit dem Titel „The Price of Prominence: How CEO Extraversion Influences Board Attributions and the Dismissal-Performance Sensitivity” wurde im Journal of Management Studies veröffentlicht. Das Journal ist Teil der angesehen Financial Times Top 50 Liste,  die die 50 führenden akademischen Fachzeitschriften in den Bereichen Wirtschaft, Management und Finanzen  führt.

Die Studie untersucht, ob die Persönlichkeit eines CEOs beeinflusst, wie wahrscheinlich er oder sie nach schwacher Unternehmensperformance entlassen wird. Auf Basis von Daten, die über 4.000 CEOs umfassen, zeigen die Ergebnisse:

Extrovertierte CEOs werden nach schwacher Unternehmensperformance signifikant häufiger entlassen als introvertierte Führungspersönlichkeiten. Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt in komplexen Branchen mit hoher kausaler Mehrdeutigkeit, also dort, wo Ursache und Wirkung schwer zuzuordnen sind. Der Zusammenhang zeigt sich zudem stärker bei Boards mit kürzerer Amtszeit, deren Mitglieder weniger unternehmensspezifisches Wissen besitzen und daher eher auf sichtbare Persönlichkeitsmerkmale als Orientierungspunkte zurückgreifen.

Die Studie verdeutlicht, dass Extrovertiertheit zwar als Merkmal effektiver Führung gilt, die damit verbundene Sichtbarkeit und wahrgenommene Handlungsmacht extrovertierte CEOs jedoch zugleich anfälliger machen, wenn Ergebnisse enttäuschen. Die Eigenschaften, die Führungspersönlichkeiten herausragen lassen, können damit in Krisenzeiten zu einer erhöhten Verwundbarkeit führen.

Für Interessierte ist das Paper als Open Access unter diesem Link abrufbar.